Samuel Blaser, Katia Bourdarel: ‹Microcosmes›

27.1.-5.3.2011

Katia Bourdarel, «Memento Mori», 2011, Auarell/Papier, 42 x 31 cm
Katia Bourdarel, «Memento Mori», 2011, Auarell/Papier, 42 x 31 cm
Katia Bourdarel, «Memento Mori», 2011, Auarell/Papier, 42 x 31 cm
Katia Bourdarel, «Memento Mori», 2011, Auarell/Papier, 42 x 31 cm
Katia Bourdarel, «Memento Mori», 2011, Auarell/Papier, 42 x 31 cm
Katia Bourdarel, «Memento Mori», 2011, Auarell/Papier, 42 x 31 cm

Zum ersten Mal sind Werke der in Marseille lebenden Französin Katia Bourdarel (*1969) und des Berners Samuel Blaser (*1973) in einer Doppelausstellung zu sehen. Beide zeigen kleinformatige, figurativ-narrative Malerei in einem spannenden Dialog. Die Werkgruppen sind vordergründig miteinander verwandt, und doch völlig verschieden. Sie arbeiten in eigenen Mikrokosmoi der Geschichtenfindung und schaffen mittels klassischer Techniken, wie Ölmalerei auf Holz oder Aquarell auf Papier, moderne Märchen – absurd und surreal, die andauernd ins Heute und Jetzt verweisen.

Katia Bourdarel lässt die BetrachterInnen in ihren Aquarellen in eine neue Dimension eintauchen. Es sind Bildergeschichten, Märchengeschichten ohne Anfang und ohne Ende. Feinsinnig arrangiert sie vordergründig hübsche, poetische Motive zu auf den zweiten Blick traumatischen Kompositionen. Meisterhaft malt und zeichnet sie ihre imaginierten Welten und entrückt die BetrachterInnen in eine verloren geglaubte, aber doch eigentlich sehr präsente Welt, in der das unverdorben Gute und das Böse noch sehr nahe zusammen liegen. Katia Bourdarel ist eine Meisterin im Weben von Erzählsträngen – den Ausgang lässt sie meist offen und bietet einem mehrere Möglichkeiten zum Weiterdenken an. Mehrere Serien aus den letzten Jahren bieten einen wunderbaren Überblick über das ungewöhnliche Schaffen. Ist es bei “Le baiser du Papillon“ oder “L’ultime naissance“ das Zwiegespräch Mensch-Tier, das im Zentrum steht, nehmen “Petit Frère“ und “Memento Mori“ das Thema der Verwandlung Mensch-Tier auf. “De l’autre côté“ schliesslich verweist endgültig in die Traumwelt – nahe und entrückt zugleich. Dazwischen streut sie dreidimensionale Objekte ein, die einen stimmigen Bogen schlagen zwischen den verschiedenen Werkgruppen.

Samuel Blasers Ölbilder sind aus gefundenen Versatzstücken komponiert. Meist sind es Fotografien, die er von seinen Wanderungen und Reisen mitbringt; manchmal sind es aber auch ferne Erinnerungen, die zu Bildern verschmolzen werden. Einem Puppentheater ähnlich, fügt der Künstler seine Personen in entrückte Umgebungen ein, verdichtet und erdichtet damit seine Geschichten. Ein neuer Werkblock beschäftigt sich mit der Darstellung von Landschaft – metaphorisch und auch ganz konkret. Die feinen Ölbilder greifen zurück auf ein ganzes Repertoire altmeisterlicher Malerei, werden jedoch stark mit zeitgenössischen Themata aufgeladen. Die Zitate sind unübersehbar; und doch steht jedes Bild völlig eigenständig da. Sein Werk lässt sich in drei Hauptgruppen unterteilen: Porträts nehmen einen wichtigen Stellenwert ein, dann symbolisch aufgeladene Miniaturen sowie schliesslich absurde Situationen menschlicher Existenz. Samuel Blasers Arbeiten oszillieren denn auch zwischen Ernst und Schalk oder Trauer und unbeschwerter Freude. Stets sind sie äusserst malerisch umgesetzt – manchmal vereinfachend reduziert, dann wieder mit komplexem Bildaufbau. Alle Bilder sind Einzelstücke; und doch treten sie in einen Bild übergreifenden Dialog untereinander.

 

Bernhard Bischoff, Januar 2011

 


Nächste Ausstellung: Kotscha Reist, 10.3.-23.4.2011



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