11.2019

Dominik Stauch: ‹Breathless›

1.9.-8.10.2011

Dominik Stauch arbeitete in den letzten Jahren an einer konsequenten ‹Erweiterung› der Malerei, indem er unterschiedlichste Medien (Ölmalerei, digitale Prints, Computeranimationen, Installationen oder Skulpturen) miteinander kombinierte; dabei aber der Farb- und Formtheorie stets treu blieb. Die konsequente Reduktion auf geometrische Grundformen liess ihm den nötigen Spielraum, diese mit neuster Technik in Einklang zu bringen, wobei er spielerisch vermeintlich starre Konzepte immer wieder durchbrach und etwa mit Fellen oder alten Möbelstücken spannende Dialogsituationen provozierte.

So ist in der aktuellen Ausstellung eine neue, zersägte Möbelskulptur neben einer mehrteiligen Videoinstallation zu sehen. Nach einem längeren Berlinaufenthalt brachte der Künstler hunderte von Papierarbeiten nach Hause, die eindrücklich dessen vielfältige Interesse belegen und das vielschichtige Kondensat seiner Gedanken- und Geisteswelt bilden. Gekonnt pendelt er zwischen Kunstgeschichte (etwa den kubistischen Dekonstruktionen) oder der Pop- und Rockkultur.  Nach diesen kleinformatigen Fingerübungen, die für die “BREATHLESS“ einen Medientransfer in die digitale Collage erfahren haben, hat er sich nun auch an grossformatige Collagen (160 x 315 cm) gewagt, die zum ersten Mal zu sehen sind. Ein grosses Hinterglastriptychon und eine Serie kleinerer Hinterglasmalereien runden die Präsentation ab.

Kunstgeschichte, Literatur und Musiktheorie des 20. Jahrhunderts bilden das nötige Fundament, um den Arbeiten die mehrdeutige Tiefe zu geben. Trotz seines ernsthaften, beinahe liebevoll-respektvollen Umgangs mit Vorbildern, versteht es der Künstler, genügend Distanz zu wahren, ja, ihnen sogar oft mit einer nötigen Prise Humor zu begegnen. Der Titel der Ausstellung ist geschickt gewählt: einerseits zeugt er vom unerschütterlichen Schaffensdrang, manifestiert in all den neuen Arbeiten, andererseits nehmen die Grossformate einem wirklich förmlich den Schnauf, so wuchtig, wie sie im Raum stehen.

Bernhard Bischoff, 2011

 

Nächste Ausstellung: X YEARS – 10 Jahre Galerie Bernhard Bischoff & Partner, 20.10.-19.11.2011