11.2019

 

Kotscha Reist

‹PAINTING AS USUAL›

12.1.-18.2.2017

 

«The Lake», 2016, Oel auf Leinwand, 170 x 230 cm
«Papers», 2016, Oel auf Leinwand, 160 x 190 cm
«Chinoiserie 4», 2016, Oel auf Leinwand, 190 x 160 cm
«Early Morning Parc», 2016, Oel auf Leinwand, 85 x 120 cm
«Storage», 2016, Oel auf Leinwand, 60 x 50 cm
«Vincent´s Modell», 2016, Oel auf Leinwand, 50 x 60 cm
«Vinyl», 2016, Oel auf Leinwand, 50 x 60 cm
«News», 2016, Oel auf Leinwand, 130 x 110 cm
«Flashlight», 2015/16, Oel auf Leinwand, 170 x 230 cm
«Nordic Wedding», 2016, Oel auf Leinwand, 50 x 40 cm
«Hope», 2016, Oel auf Leinwand, 50 x 60 cm
«Paravan», 2016, Oel auf Leinwand, 140 x 170 cm
«The Voice», 2016, Oel auf Leinwand, 60 x 50 cm
«Ping Pong», 2016, Oel auf Leinwand, 50 x 60 cm
«Red Light», 2016, Oel auf Leinwand, 130 x 160 cm
«Echo», 2016, Oel auf Leinwand, 130 x 110 cm
«My Shoes / Costume national», 2016, Oel auf Leinwand, 50 x 60 cm
«Living Sculpture», 2016, Oel auf Leinwand, 125 x 150 cm
«Almost Everybody», 2016, Oel auf Leinwand, 50 x 60 cm
«Das Duett», 2015, Oel auf Leinwand, 50 x 60 cm
«Hats», 2016, Oel auf Leinwand, 60 x 50 cm
«Monkey», 2016, Oel auf Leinwand, 70 x 90 cm
«Dolly», 2015, Oel auf Leinwand, 50 x 60 cm
 

Kotscha Reist ist Maler durch und durch, auch wenn er seine künstlerische Arbeit vor langer Zeit mit einer Fotografenlehre begonnen hat. Seine Auseinandersetzung mit dem Medium führt ihn von der Geschichte der Malerei zu seiner eigenen Geschichte, die er immer wieder malend umsetzt und hinterfragt. Mit seinen Bildfindungen verarbeitet er Erinnerungen und Wirklichkeiten und bringt sie in einen grösseren, allgemeingültigen Kontext. Ihn interessiert einerseits die Verarbeitung von gefundenem Bildmaterial und andererseits von Vorlagen aus dem kulturellen Bildergedächtnis. Es sind etwa Ausschnitte aus Zeitungen, Zeitschriften, Katalogen oder aus dem Internet, sowie eigene Vorlagen.

In der aktuellen Ausstellung zeigt der Künstler Kotscha Reist neue mittel- und grossformatige Gemälde. Zu sehen sind Arbeiten, welche sich klassischen Genres der Malerei wie Interieur, Landschaft und Stillleben zuordnen lassen. Vermehrt greift der Künstler wieder auf selber geschossene Fotografien zurück, die als Bildvorlagen für seine Ölmalerei dienen. Auf mehreren Reisen in den Norden sind diese Bilder entstanden, die der Künstler mit der Handykamera festhält und anschliessend mit Pinsel frei interpretiert. Erinnerung und Aneignung sind seit langer Zeit zwei Konstanten im Werk des Künstlers.

Einerseits sind es neue Themen, die Kotscha Reist in der Malerei aufgreift, anderseits kehren Motive wie Aststrukturen, Fenstersituationen oder Tiere erneut wieder. Ein dunkelschwarzer Hintergrund umschliesst die gemalten Gegenstände („Chinoiserie“) oder Menschen („nordische Hochzeit“) und gibt einzelnen Bildern eine eigenartige Stimmung. Andere Gemälde weisen überraschend mehrere Farbnuancen auf. So zeigt „Red Light“ eine von Bäumen in verschiedenen Grüntönen umzäunte Holzhütte in Dänemark. Im Gegensatz zu früheren Arbeiten weisen einzelne Bilder mehr Tiefenwirkung und ein Interesse an einer neuen Räumlichkeit auf. Durch Vergrösserung oder Verkleinerung und Beschneidung der Bildvorlage erhält der abgebildete Gegenstand Präsenz. Die Zeit scheint eingefroren zu sein auf den Gemälden von Kotscha Reist. „Seine Motive basieren häufig auf Dokumenten des Vergangenen, die der Künstler neu sichtet, oder auf Erinnerungen, die ihn wiederkehrend heimsuchen.“  Aktuell ist es ein verstärktes Interesse des Künstlers für die Epoche des Fin de Siècle.

Der Blick ins Regal im Atelier des befreundeten Künstlers („Vincent’s Modell“) oder „My shoes“ sind persönliche Bilder und verweisen auf das Umfeld und die Gegenwart von Kotscha Reist. Das Bild „Vinyl“ ist eine Reminiszenz an die gute alte Vinylplatte, die ein Revival erlebt. Ein gebündelter Zeitungsstapel oder geschichtete DIN A4-Papiere sind weitere Gegenstände, für deren Beschaffenheit und Schattierungen sich der Künstler interessiert.








 Kathleen Bühler, Erinnerungsmalerei zwischen Geschichte und Geschichten, in: Echoes Kotscha Reist (2012), S. 137.