Peter Soriano

‹SNOWMELT/SCHNEEWASSER›

20.9. – 19.10.2019

Eröffnung Donnerstag 19.9.2019, 18-20h

 

Snowmelt, 2019, Acryl (Sprühfarbe) und Bleistift
Realisiert mit Hilfe von Nina Rieben
Foto: Marie-Anne Villars
Snowmelt #5, 2019, Bleistift und Tinte auf Papier, 28 x 38 cm
Snowmelt #4, 2019, Bleistift und Tinte auf Papier, 32,5 x 48 cm
Snowmelt #1, 2019, Bleistift, Tinte, Wasserfarbe auf Papier, 32,5 x 48 cm
Snowmelt #8, 2019, Bleistift und Tinte auf Papier, 32,5 x 48 cm
Snowmelt #11, 2019, Bleistift, Tinte, Sprühfarbe auf Papier, 42,5 x 38 cm
Snowmelt #9, 2019, Tinte auf Papier, 32,5 x 42 cm
Snowmelt #16, 2019, Bleistift, Tinte auf Papier, 38 x 57 cm
Snowmelt #10, 2019, Farbstift auf Japanpapier, 30,5 x 35 cm
Installation view
Foto: Marie-Anne Villars

Peter Soriano wurde 1959 in Manila auf den Philippinen geboren. 1981 zog er in die USA wo er im gleichen Jahr einen Bachelor of Arts am Harvard College in Cambridge Massachusetts erwarb. Später im selben Jahr bekam er ein Atelierstipendium an der Skowhegan School of Painting and Sculpture in Maine.

Nach Ausstellungen in New York und Paris erlangte Soriano in den 1990er Jahren internationale Anerkennung für seine verspielten, biomorphen Skulpturen aus Fiberglas. Nach einem sechsmonatigen Aufenthalt im Atelier Calder in Frankreich begann der Künstler im Jahr 2004 mit der Herstellung von Wandskulpturen, bei denen er gespannte Stahlkabel und Metallrohre in seine Arbeit einführte. Mit der Zugabe von Sprühfarbe, die direkt auf die Wand aufgetragen wurde, wurden diese Installationen zunehmend zweidimensional, bis Soriano 2012 die Strukturelemente vollständig eliminierte. Seine Arbeiten bestehen nun aus großen, anweisungsbasierten Wandzeichnungen aus Acryl und Sprühfarbe sowie kleineren, verwandten Zeichnungen auf japanischem Papier, die plissiert und gefaltet werden, bis sie fast skulptural werden. Peter Soriano ist, um den Kunstkritiker John Yau zu zitieren, "ein Bildhauer geworden, der keine Objekte herstellt."1

Sorianos Wandzeichnungen wirken abstrakt, sind jedoch in der Regel Interpretationen von Alltagsobjekten oder bestimmten Wahrzeichen. Bei jüngsten Projekten hat er z.B. die Verpackung der kleinen Lindt „Schöggeli“ als Ausgangspunkt genommen, eine Landschaft, die im Abstand von 15 Sekunden von einem fahrenden Zug aus gesehen wird, Schatten, die von der Dachlinie seines Hauses im Bundesstaat Maine geworfen werden, und eine Gruppe von Steinen aus dem Fenster seines Ateliers. Diese Wandzeichnungen basieren auf Anweisungen und können immer wieder installiert werden.

Für Snowmelt / Schneewasser hat Soriano auf einer Terrasse im Kanton Graubünden einen Schneehaufen beobachtet. In Abständen von zwei Wochen maß er den Schneehaufen, zeichnete ihn auf und verfolgte ihn, während er sich bewegte und schmolz. Die daraus resultierenden Zeichnungen sowohl an der Wand als auch auf Papier mit ihrer Überlagerung von geometrischen Ebenen und straffen handgezeichneten Linien fangen Sorianos Blick auf den sich zurückziehenden Schneehaufen ein.

Snowmelt / Schneewasser ist Teil eines größeren Projekts, an dem Soriano in den letzten zwei Jahren gearbeitet hat und an dem Schneehaufen in Nordamerika und Europa gemessen und aufgezeichnet wurden. Schnee ist für ihn intim und beschwörend. Gleichzeitig hat die abnehmende Schneedecke unseres Planeten die Katastrophe der globalen Erwärmung verdeutlicht. Es sind diese verwobenen, widersprüchlichen Spannungen, die Soriano in Snowmelt / Schneewasser untersucht. 

[1]  Surveyor of Shadows, John Yau, Hyperallergic, 22 October 2016



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